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28. 06. 2017 - 12:30 Uhr

Pressemitteilungen

Thüringer Allgemeine - 3. April 2012

Neue Parkplätze für Hansteinbesucher

Fuhr der bekannte Baron Huschke von Hanstein einst noch mit seinem Rennwagen durch die Tore der Burg Hanstein, so ist dies heute nicht mehr möglich. Motorisierten Besuchern der Hansteingemeinde Bornhagen/Rimbach stehen jedoch zwei großzügige Parkplätze zur Verfügung.
Bornhagen. Den Parkplatz unterhalb des Klausenhofes ließen die Gemeinde und der Klausenhof-Wirt im vergangenen Jahr erneuern. Um den Parkplatz im Ortsteil Rimbach hat sich der Heimatverein gekümmert. Diese Stellflächen mit herrlichem Ausblick auf die Burg Hanstein sind Ausgangspunkt für viele Wanderungen, zum Beispiel zur Teufelskanzel, zum Ministerblick, zur Junkernkuppe und ins Werratal. Der Heimatverein Hanstein/Bornhagen bekam für sein Bauprojekt nach eigener Mitteilung Hilfe vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha und vom Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Jetzt sind die Parkplätze ordentlich befestigt. Dafür haben die Vereinsmitglieder selbst angepackt und viele freiwillige Stunden geleistet. "Es ist ein wesentliches Ziel unseres Vereines, die Burg Hanstein interessierten Besuchern näher zu bringen und der Nachwelt gut zu erhalten. Mit der Gestaltung des Parkplatzes haben wir einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Besucherfreundlichkeit getan", hieß es dazu. Der erste Bauabschnitt mit 28 Parkplätzen, davon drei für Behinderte, ist abgeschlossen. Das Gesamtkonzept sieht weitere Pkw-Stellfächen, Busparkplätze und Abstellflächen für Zweiräder vor. Auch eine Buswendeschleife ist in Planung. Zudem soll ein Pavillon mit Info-Tafeln gebaut werden.

Thüringer Allgemeine - 19. April 2012

Burg Hastein wird zur Filmkulisse

Komparsen für "Medicus" gesucht

Bornhagen. Die Burg Hanstein wird ab Juni zur Filmkulisse. Und für die Dreharbeiten werden auch Komparsen - vor allem rothaarige - gesucht. Gedreht wird am Hanstein für den historischen Kinofilm "Der Medicus" nach dem erfolgreichen Roman von Noah Gordon. Wer die Hauptrollen spiel, ist allerdings noch streng geheim.

Der Film spielt unter anderem im elften Jahrhundert in England. Daher sucht die Komparsenagentur Leute, die optisch in die damalige Zeit passen, also vor allem - aber nicht nur - rothaarige und naturblonde Männer und Frauen zwischen 18 und 70 Jahren. Chancen haben vor allem englische und irische Typen mit heller Haut, gern auch mit Sommersprossen, mit prägnanten Gesichtern und besonderen Merkmalen, wie abstehenden Ohren, Zahnlücken oder Amputationen. Dunklere Typen könnten als Araber oder Perser eine Chance haben. Auch Mittelalter-Musiker oder Gaukler können sich für den Film melden.

"Keiner der Bewerber darf gefärbte oder gesträhnte Haare haben", betont Agenturchefin Johanna Ragwitz (33), die mit ihrem Team bereits große historische Filme wie "Anonymus" oder "Inglourius Basterds", besetzt hat. Tabu seien auch Solariumbräune, künstliche Fingernägel, sichtbare Piercings und Tattoos. Die Komparsen kommen jeweils ein bis zwei Tage zum Einsatz, werden geschminkt und eingekleidet und erhalten eine Gage.

Wer sich persönlich vorstellen möchte, komme am Samstag, dem 21. April, zwischen 13 und 17 Uhr ins Best Western Hotel nach Heiligenstadt. Weitere Informationen zur Komparsensuche und Anmeldung unter www.filmgesichter.de.

Thüringer Allgemeine - 23. April 2012

Casting für Mittelalter-Film lockte Scharen nach Heiligenstadt

Einige von ihnen liefern in punkto Optik ein wahres Mittelalterspektakel ab, anderen wiederum sieht man das elfte Jahrhundert nicht an. Dennoch stehen sie zu Hunderten in einer Schlange, beseelt vom selben Wunsch: Eine Komparsenrolle in der Verfilmung des Literatur-Bestsellers "Der Medicus" zu ergattern. Heiligenstadt. Die verschiedensten Charaktere und Altersklassen drängen sich vor dem Saal "Duderstadt" im Heiligenstädter Vitalpark. Michael Dornieden ist gleich mit der gesamten Familie angereist, alle sollen in die Komparsen-Datei aufgenommen werden. "Wir stammen hier aus der Region, und wenn der Film schon auf dem Hanstein gedreht wird, ist das doch eine schöne Sache." In der mittelalterlichen Szene sei er bereits ein alter Hase, oft ist er mit Frau und Kindern auf Mittelaltermärkten zu Gast. Dann werden die ersten Kandidaten hereingebeten. Schnell wird die braune Kutte übergeworfen, man platziert sich vor der weißen Wand. Nach fünf Fotos ist das Casting vorbei. In Sekundenschnelle haben die Filmschaffenden die Gesichter erfasst. Der Nächste, bitte. Johannes Baehr aus Witzenhausen - komplett mittelalterlich gewandet - hat die Prozedur bereits hinter sich. Nachträglich steckt er dem Regieassistenten, dass man zu Hause noch die Nachbildung eines Katapults - einen sogenannten "Tribok" - sowie zahlreiches weiteres Equipment habe. Man kann ja nie wissen. Für den Instrumentenbauer ist das mittelalterliche Treiben die optimale Möglichkeit "verrückt und ohne Hemmungen Theater zu machen". Als Liebhaber des Romans von Noah Gordon musste er nicht lange überlegen, am Casting teilzunehmen. Zahlreiche Vorsprechen hat die imposante Gestalt "Jung Sir Siegfried von Wolfsdrachen" bereits hinter sich. In TV-Formaten wie "Mieten, Kaufen, Wohnen" oder "X-Diaries" spielte er schon mit. Daher sei ein solches Casting für den Moringer nicht mit Aufregung verbunden: "Mir macht das großen Spaß, ich lebe das Mittelalter." Inzwischen reicht die Schlange der Wartenden bis hinaus auf den Vorplatz, Dudelsackklänge dringen durch das angekippte Fenster. Auch Gaukler und Musiker sind am Filmset gern gesehen. Für den zweiten Regieassistenten Dennis Aschoff kommt es bei den potenziellen Komparsen vor allem auf Natürlichkeit an. "Das Leben im Mittelalter war rauer, gepflegte Gesichter waren nicht gerade an der Tagesordnung." Rosa Strähnchen oder Solariumbräune passten ebenso nicht zu einem Film, der im elften Jahrhundert angesiedelt ist. Vielmehr suche man markante Gesichter mit Wiedererkennungswert. Insbesondere blonde und rothaarige Teilnehmer seien erwünscht. Im Schnitt werde jeder Komparse ein bis drei Mal im fertigen Film zu sehen sein: "Sonst wird es auffällig." Reich werde man von solchen Rollen nicht, eine Entlohnung sowie Fahrtkostenerstattung seien aber zu erwarten. Die 200 bis 300 Darsteller, die beim Casting überzeugen, stellen im Film das gesamte Spektrum der mittelalterlichen Gesellschaft dar. Ob Ritter, Wächter oder Gaukler - jeder bekommt seinen Platz im Gefüge der Romanverfilmung zugewiesen. Währenddessen wurden schon weit über 100 Komparsen in spe in die Datei der Agentur aufgenommen - und weiterhin strömen die Menschen in Scharen zum Vitalpark. Für Heiko Koch aus Heiligenstadt nicht verwunderlich: "So oft kommt so etwas ja nicht vor, dass ein Film quasi vor der eigenen Haustür gedreht wird. Das Mittelalter fasziniert die Menschen." Und so füllen sie noch stundenlang Anmeldebögen aus, lassen sich ablichten und ziehen dann von dannen. Ob es für den Auftritt auf der großen Leinwand reicht, ist derweil ungewiss. Rückmeldung über den Ausgang des Castings erhalten die Romanliebhaber und Mittelalterfans erst in einigen Wochen.

Thüringer Allgemeine - 6. Juni 2012

Der "Medicus": Dreharbeiten im Eichsfeld starten Ende Juni


"Die Planung des Projektes läuft seit Jahren", sagt Dennis Eichhof, zweiter Regieassistent, und bezieht sich auf die Verfilmung des historischen Romans "Der Medicus", geschrieben von Noah Gordon. In Städten wie Köln, Berlin und Quedlinburg wird gedreht - und auf Burg Hanstein im Eichsfeld.

Die Kostümbildassistentin Gina Krauß (rechts) arbeitet mit ihren Kolleginnen an dem perfekten Outfit für Statist Tom Paladin Bareck aus Kassel. Foto: Stefanie Görner
Bornhagen. "Das Casting für die Komparsenrollen war Ende April in Heiligenstadt im Vitalpark", sagt Joachim Marwedel aus Göttingen. Er hatte teilgenommen und bekam eine Einladung zur Kostümanprobe - die hat am Dienstag in Bornhagen mehrere Stunden gedauert. "Es sind drei Drehtage. Am 26. Juni geht es los", so Marwedel. Er spiele einen englischen Herrn. "Was genau das heißt, werde ich sehen." Auch Joachim Görke, ebenfalls aus Göttingen, ergatterte eine Rolle. Worum es in dem Buch geht, weiß der 62-Jährige allerdings nicht genau. "Es geht um den jungen Engländer Rob Cole aus dem elften Jahrhundert", erklärt Franziska Vollrath aus Mühlhausen. Sie hatte nach Erhalt der Einladung extra das Buch gelesen. "Er beginnt eine Lehre bei einem Baderchirurgen, nachdem er zum Waisen geworden ist. Als der Bader stirbt, merkt Rob, dass er nicht genug weiß, um allen kranken Menschen zu helfen. Also geht er auf die Reise."
Mit dabei ist auch Sandra Hartwigsen aus Witzenhausen. In ihrer Jobbeschreibung steht "Teil des mittelalterlichen Volkes". Zudem hat die 44-Jährige noch verschiedene kleinere Rollen. Ihr Fernsehverhalten habe sich seit dem Casting völlig verändert. "Ich schaue viel genauer in die Menschenmengen", sagt sie. Die Kollegen und Freunde wüssten natürlich, dass sie dabei ist. "Es gab bereits Anfragen für Autogramme", sagt sie lachend.
Die Heiligenstädterin Uta Althaus ist durch Zufall zum Casting gestoßen. Die 32-Jährige war mit der Familie spazieren, kam am Vitalpark vorbei. "Mich reizt es zu sehen, wie so ein Drehtag abläuft", sagt sie. "Mit so vielen Leuten auf dem Hanstein zu sein, ist mal was anderes." Dass es ein Spektakel wird, bestätigt Dennis Eichhof: "Es sind allein 80 Mitarbeiter für den Dreh geplant. Dazu kommen etwa 130 Komparsen."
Der Engländer Tom Payne spielt in der Hauptrolle den Rob Cole. Die Regie führt Philipp Stölzl ("Goethe!", "Nordwand"). Bekanntester deutscher Schauspieler ist Elyas M'Barek ("Türkisch für Anfänger"), der einen Freund Coles spielt.
Wichtig bei einem solchen Projekt sind aber vor allem die Kostüme und das Styling, wie die Kostümbildassistentin Gina Krauß aus Berlin weiß. "Alle müssen unterschiedlich, aber typgerecht, gekleidet sein." Make-up und Haare sind dabei ebenso wichtig. "Je nach Bürgerschicht, die gespielt wird, sind die Leute schmutzig oder schön geschminkt." Welche Rollen die fünf Genannten im Einzelnen auch spielen mögen - klar ist für alle: Die Drehtage werden etwas ganz Besonderes. "Auch", sagt Franziska Vollrath schmunzelnd, "wenn meine Freunde sagen, dass die Szene, in der ich mitspielen werde, am Ende vielleicht rausgeschnitten wird."

Thüringer Allgemeine - 23. Juni 2012

Burg Hanstein wird zur Kulisse von Romanverfilmung

 

Auf der Burgruine laufen nächste Woche die Dreharbeiten für die Kinoverfilmung des Romans "Der Medicus". Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Zahlreiche Handwerker lassen aus altem Baumaterial eine mittelalterliche Szenerie entstehen. Dorfbewohner schauen dem Treiben neugierig zu.
Bornhagen. "Wie sie die Fantasie eines jeden immer wieder neu und anders beflügelt, sich vorzustellen, wie was in dunkler Vergangenheit sich dort zugetragen, wie es ausgesehen haben mag, das ist die Faszination der Burg Hanstein." In den Worten von Klaus Röhrig, Wirt des Bornhagener Klausenhofes, beantwortet die Frage, warum gerade im Eichsfeld für den "Medicus", eine Kinoproduktion der ARD und der Ufa Cinema, gedreht werden soll.

Die Handwerker und Bühnenbildner, die in diesen Tagen auf der Burg Hanstein tätig sind, berichten von der Magie des Ortes und von dem, was zum Schein für die Kamera dort entstehen soll: "Das Genre des Films ist sehr interessant. Weil die Handlung im elften Jahrhundert spielt, muss man ein wenig zaubern, um die mittelalterliche Atmosphäre von damals zum Leben zu erwecken." Der freiberufliche Bühnenmaler Stephan Buttchereit aus Potsdam - bekanntlich die Heimat der berühmten Babelsberg-Filmstudios - gehört zu dem Handwerkerteam, das ganz unterschiedliche Gewerke vereint. Für sie gilt es, trotz aller Euphorie für die anheimelnde Umgebung, möglichst sorgsam mit den wertvollen Baumaterialien umzugehen.

Denn: "Das Schwierigste war in diesem Fall die Materialbeschaffung", schildert Patrik Lange, gelernter Konstruktionsmechaniker, die Suche nach geeignetem Holz. Authentisch, das heißt alt, sehr alt muss es sein. Die Lösung fand sich nicht weit vom Drehort entfernt. In Mackenrode wurden die Filmset-Bauer im Lager einer Holzbaufirma, die sich auf die Restaurierung alter Fachwerkhäuser spezialisiert hat, fündig. Die Firma Holzbau Bode ist weithin bekannt für ihren guten Fundus. "Bedingung ist nur, dass alles wieder so, wie es war, ins Lager zurückkommt." Das Holz ist, wie vieles am Set, nur Leihgabe und darf für die kurze Zeit des Drehs nicht einfach verschnitten werden.

Trotz anhaltender Regenschauer in den letzten Tagen herrscht unter den Arbeitern keinerlei Hektik. Wer als Bühnenbildner für den Film arbeitet, stützt sich bei seinen Tätigkeiten auf Erfahrung: "Anhand dieser Werte wird ein Zeitraum berechnet, in dem alles fertig sein soll." Verregnete Tage kosten da Zeit, die nur bedingt eingerechnet ist. Die Handwerker nehmen es dennoch gelassen. Im Inneren der Burg, das von einem prasselnden Feuer gewärmt wird, fertigen sie Fensterimitate mit historischen Butzenscheiben, während einige Kollegen draußen das Nötigste vorantreiben. Einige neugierige Touristen schauen sich auf dem Gelände um.

Sie sehen halb fertige Marktstände und Mauern aus Pappmaschee und werden Zeugen, wie eine eigens angefertigte Holztreppe die Gestalt einer von vielen tausend Schritten ausgetretenen Stiege annimmt. Sägespäne vermischen sich mit Erdklumpen auf dem aufgeweichten Boden. Die Stimmung passt genau, einige Filmszenen auf der Burg sollen tatsächlich im Regen spielen. Dass der sich in Schlammfurchen auf dem eigentlich steinernen Untergrund sammelt, ist einer Gartenbaufirma aus Arenshausen zu verdanken.

Alles soll so realistisch wie möglich aussehen. Und dazu gehören eben auch Dreck und Unrat einer vormodernen Gesellschaft. Einzig die Sägespäne müssen noch verschwinden. Die Treppe soll später ja schließlich nicht wirken, als sei sie gerade erst gebaut worden.

Ob es an den drei Tagen, an denen ab Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gedreht wird, auch den benötigten Regen geben wird, bleibt abzuwarten. Für die Filmcrew wird sich in jedem Fall alles Nötige in einer kleinen Filmstadt finden, die eigens errichtet werden soll. Rund 150 Darsteller und Statisten werden vor Ort sein. Etwa die gleiche Anzahl bilden Kräfte des Produktionsteams, wie Kameramännern und -frauen oder Maskenbildner.Ulrich Fromm, Eventmanager und Kassenwart auf der Burg, kennt Ähnliches von vergangenen Film- und Fernsehproduktionen auf dem Hanstein. "Es wurden hier schon Aufnahmen für Reisemagazine oder Naturdokumentationen gemacht." - "Der Medicus" sei aber schon eine andere Kategorie. Allein die Tatsache, dass die Kameratechnik mit einem Kran an Ort und Stelle befördert werden soll, spricht nach Meinung Fromms für die hohe Qualität des Films.Angesichts des Aufwands und der internationalen Starbesetzung dürfte es nächste Woche umso aufregender für all jene werden, die als Laiendarsteller und Komparsen tatsächlich bei dem Großprojekt vor der Kamera stehen dürfen.Bei einem Casting im April hatten es auch einige Eichsfelder geschafft, sich eine Statistenrolle zu ergattern. Peter Richter ist einer von ihnen. Zum Dreh hat er es nicht weit, wohnt er doch nur wenige Meter unterhalb der Burg auf der "Schanze" in Bornhagen.Filmluft schnuppern darf auch ein Angestellter des Klausenhofs, der sich als Sackpfeifenspieler in entsprechender Kleidung als besonders geeignet für den mittelalterlichen Film präsentierte. Nicht zuletzt aus diesem Grund hält Klaus Röhrig die Erstausstrahlung unter freiem Himmel auf dem Burggelände unweit seines Gasthauses für angemessen: "Zumindest eine Sondervorstellung sollte es hier oben geben."

Thüringer Allgemeine - 7. Juli 2012

Mittelalterfilm im Kasten

Die Dreharbeiten zum Film "Der Medicus" sind beendet, und in der Burgruine Hanstein kehrt wieder Ruhe ein. Landschaftsbauer Stephan Zinke und seine Mitarbeiter gehören zu den letzten, die noch im Gemäuer zu tun haben.
Bornhagen. Viel ist nicht mehr zu erkennen von den aufwendigen Bühnenbauten, die im Rahmen der Dreharbeiten für den Mittelalter-Film "Der Medicus" rund um die Burg Hanstein installiert worden waren. Die täuschend echt wirkenden Mauern aus Pappmaschee sind nun ebenso verschwunden wie die großen Zeltstädte am Fuß der Burg. Lediglich ein paar tiefe Reifenspuren in der vom Regen aufgeweichten Erde rund um das alte Gemäuer sowie etliche Abfallcontainer auf dem Gelände zeugen im Moment noch von der großen Kinoproduktion.

"Nach einer Woche war alles wieder vorbei und die Aufnahmen im Kasten", erzählt Stephan Zinke. Der selbstständige Landschaftsbauer aus Arenshausen war mit seiner Firma vom ersten Moment an mit dabei und ist natürlich mächtig stolz darauf, bei solch einem Ereignis mitgewirkt zu haben.

Gerne erinnert sich der 48-Jährige an den Anruf von Anja Müller in seinem Büro. Sie erklärte dem Unternehmer damals, was auf der Burg realisiert werden soll und ob er sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Als sogenannter Art-Direktor begleitete Frau Müller alle Produktionsvorgänge während der gesamten Filmarbeiten und war auch für die Bühnenbildgestaltung in Bornhagen zuständig. Das Drehbuch des Films erforderte beispielsweise einen täuschend echten Bodenbelag aus Lehm. Diesen mussten Zinke und seine Mitarbeiter herbeischaffen, um damit das Sandsteinpflaster zu überdecken. Alles sollte bis ins kleinste Detail den Gegebenheiten des elften Jahrhunderts entsprechen. "Die Arbeit hat mir und meinen Leuten viel Spaß gemacht. Wann bekommt man schon mal so eine Gelegenheit", freut sich Zinke, der in diesem Jahr sein 22-jähriges Firmenjubiläum feiert. Jetzt, wo Kameraleute, Tontechniker und Visagisten abgerückt sind, kehrt wieder Ruhe ein im Burghof. Zinkes Mitarbeiter haben das matschige Lehm-Stroh-Gemisch wieder beseitigt. Letzte Reste davon spült Mitarbeiter Sascha Schäfer gerade mit einem Wasserschlauch beiseite. Schon ist der Burginnenhof wieder bereit für die nächsten Mittelalterfeste und den normalen Besucherverkehr. Doch nicht alles wurde vom Filmteam wieder mitgenommen. Die Bleiglas-Fensterimitate im Rittersaal etwa bleiben genauso an ihrem Platz, wie ein aus Schalbrettern gefertigter Marktstand innerhalb der Burg. "Alles andere musste leider aus Sicherheitsgründen wieder zurückgebaut werden", bedauert Zinke. So mancher hatte den Wunsch geäußert, die Requisiten in der Ruine zu belassen.

Die Stelle, an der bis vor wenigen Tagen ein Dorf gestanden hatte, musste nun wieder mit Rollrasen ausgelegt werden. Etwa 200 Quadratmeter haben Zinke und seine Mitarbeiter allein gestern zugeschnitten, verlegt und angepresst. Bereits in 14 Tagen könne man sich die Ansicht gar nicht mehr ohne Gras vorstellen, meinen sie stolz. Ein bisschen wehmütig ist ihrem Chef in diesem Moment allerdings schon zu Mute. Geht doch nun einer der interessantesten Aufträge seit Gründung seiner Firma dem Ende zu.

 

Thüringer Allgemeine - 24. Juli 2012

Mittelalterfest auf der Burg Hanstein

Unter dem Motto "Feuer und Flamme für Burg Hanstein" laden die Veranstalter des Burgfestes am Samstag, den 4. und Sonntag, den 5. August auf die Burg Hanstein ein. Am Abend des Samstages wird es eine atemberaubende Feuershow mit Asgardi-Feuerkunst und ein Feuerwerk der Extraklasse geben.

Bornhagen. Vom Nordturm der Burganlage fliegen die Feuerwerkskörper in den Himmel und erhellen die dunkle Nacht mit Sternenglanz. Außerdem werden, wie in den vorhergehenden Jahren, Gaukler, Musikanten, Magier und Ritter, die mit wagemutigen Kämpfen die Massen begeistern, die Menschen unterhalten. Des Weiteren wird "Nikodemus", ein Gaukler und Possentreiber, durch seine Jonglierkunst das Volk in seinen Bann ziehen. Die kleinen Ritter und Ritterinnen haben natürlich auch die Möglichkeit, ihre Kampfkünste unter Beweis zu stellen. Das Material hierzu wird von den Veranstaltern selbstverständlich bereitgestellt. Die Kinder haben aber auch die Möglichkeit, Pfeil & Bogen, Schwerter oder Armbrüste selber käuflich zu erwerben.

Thüringer Allgemeine - 2. August 2012

 

Burgfest auf dem Hanstein am 4. und 5. August

Die Tore zum martialischen bis magischen Mittelalter werden am kommenden Wochenende wieder geöffnet. Die Burg Hanstein lädt am 4. und 5. August zum Fest in ihren alten Mauern ein. Unter dem Motto "Feuer und Flamme für Burg Hanstein" wird den Besuchern ein Spektakel geboten, welches sie mit allen fünf Sinnen erfahren können. "Die Goselagerer" werden mit ihrer wilden Spielmannsmusik, mit Trommeln und Dudelsäcken die Ohren verzücken.

Bornhagen. "Ohrenpeyn" mit Rüdiger, dem Rotbart, und Martin, dem Luder, droht derweil mit dem Gegenteil. Nikodemus weiß derweil, wie er das gemeine Volk mit seinen Gaukeleien, Possen und der Jonglierkunst bei Laune hält. Und es werden vor der imposanten Kulisse der Burg Hanstein feine Waren feilgeboten. Hungerszeiten sind nicht zu erwarten, denn das Burgvolk hat gut vorgesorgt. Für deftige Fleischmahlzeiten, am offenen Feuer gegart, und Leckereien von den Bäckersleuten ist ebenso gesorgt wie für ausreichend Getränke. Zahlreiche Attraktionen wie Armbrustschießen, der Umgang mit einer furchteinflößenden Wurfmaschine, Märchenstunde, Puppenspiel und das Ritterlager gibt es ebenso. Wie vor hunderten von Jahren werden die Mauern auch wieder echte Rittersleute willkommen heißen. Die tapferen Hohnsteiner Ritter werden den einen oder anderen Zwist mit ihren Waffen klären. Kleine Kriegerinnen und Krieger können sich im Anschluss im Kampf mit den gestandenen Rittern beweisen. Für das "Handwerkszeug" ist auch gesorgt sein. Und es wird gemunkelt, dass sich der letzte lebende und feuerspeiende Drache Fangdorn aus seinem Versteck wagen will. Auf jeden Fall gibt es eine spektakuläre Feuershow mit krachendem Feuerwerk.

Thüringer Allgemeine - 5. August 2012

Mittelalterfest auf Burg Hanstein war wieder der Besuchermagnet im Eichsfeld

Einen großen Ansturm erlebte an diesem Wochenende die Burg Hanstein wieder zu ihrem Mittelalterfest. Jedes Jahr am ersten Augustwochenende strömen tausende Besucher zur schönsten Burgruine Mitteldeutschlands und lassen sich hier in längst vergangene Zeiten zurückversetzen.

Bornhagen. Beließen es die Gäste anfangs dabei, die Ritter, die auf dem Hanstein ihr Lager aufschlagen, die mittelalterlichen Handwerker, Spielleute und Markttreibenden in ihren wunderschönen Kostümen zu bestaunen, sorgen sie heute selbst dafür, dass es auf Burg Hanstein für zwei Tage authentisch zugeht. Katharina Arand (24) aus Göttingen kommt mit ihrem Papa zum Mittelalterfest auf die Burg, seit sie 16 ist - barfuß und in langen Kleidern. Dieses Jahr brachte sie ihre Freundin Joana Saez (23) mit, für die sowohl das Verkleidetsein als auch das Barfußlaufen eine neue Erfahrung war.
Bald hatte sie sich an das pieksige Gestein, das ab und an zu überwinden war, gewöhnt. "Barfuß auf Gras zu laufen, ist aber wirklich sehr schön", stellt sie fest. "Ich reise von einem Fest zum anderen und liebe das Mittelalter", gesteht Katharina. Nicht zuletzt, weil es dann immer wieder einen Anlass gibt, sich ein neues Gewand zu kaufen. "Auf der Burg zu kampieren, das wäre toll. Das nehme ich mir jedes Jahr vor, aber dazu muss man sich erst einer Gruppe anschließen. Irgendwann mache ich das", sagt die junge Frau, die am liebsten als Kriegerin unterwegs ist. Eine Gruppe, die jedes Jahr ihre Zelte auf dem Hanstein aufschlägt, ist die Eichsfelder Ritterschaft.
Eine lange Tafel hatten die Männer und Frauen zwischen ihren Zelten wieder aufgebaut, gedeckt mit wunderschönen Krügen und Tellern aus Ton oder Zinn. Der deftige Eintopf brodelte über dem offenen Feuer. So wie sie hatten es sich viele Mittelalterfreunde rund um die Burg gemütlich gemacht und wurden von den Besuchern neugierig beäugt. Viele kleine Jungs, schon mit Helm und Holzschwert ausgestattet, lernten im Ritterlager das Bogenschießen und schauten beim Schwertkampf zu.

Sie erfuhren, dass so ein schönes Lederhalfter, das ihnen meist noch fehlte, ganz schön teuer ist. Mutig stürzten sich die Kinder in der Wiesen-Arena dann selbst in Schwertkämpfe und hatten viel Spaß daran, auf den Mauern und Felsen der Burg herumzuklettern. Das Programm gestalteten die Goselagerer mit ihren Spielleuten, Gauklern und Zauberern, die Musiker der Gruppe "Ohrenpeyn", die Hohnsteiner Fechtgruppe und Nikodemus mit "Gaukeley und Posse". Heiß wurde es bei Asgardis Feuerkunst oder wenn Fangdorn, der Drache, aufgeweckt wurde. Stärken konnte sich das Publikum zwischendurch mit Eichsfelder Bratwurst, deftigem Kasseler, Käsespießen, frischen Brezeln, getrockneten Früchten und Nüssen. Gegen Durst halfen Holunderbrause, Gerstensaft und Fruchtwein. Und viele hatten sich vorsorglich Picknick-Decken mitgebracht, um es sich auf den Wiesen rund um die Burg gemütlich zu machen. Nicht nur für die Veranstalter, den Heimatverein Hanstein/Bornhagen, ist das Mittelalterfest stets ein Höhepunkt im Vereinsjahr. Auch für die Bornhagener Feuerwehr bedeutet es eine Menge Arbeit. Denn die Floriansjünger sorgen dafür, dass jedes Auto einen Parkplatz findet und die Gäste ohne langes Suchen zur Burg kommen. Der Lohn für die Mühen sind viele zufriedene Gesichter und leuchtende Kinderaugen. "Ich schöpfe Kraft aus solchen Festen", sagt Günter Schmidt (64), der in der Nähe von Hann. Münden einen verfallenen Hof in Eigenleistung aufgebaut hat und dort 150 Tiere hält. Mit seinem langem grauen Bart und den strahlend blauen Augen ist er ein beliebtes Fotomotiv auf jedem Mittelalterfest. "Hier spüren wir, was Menschen in der Vorgeschichte für eine Mühsal hatten, diese Mauern aufzubauen", zeigt Schmidt auf die Reste der Burg Hanstein.